zum Mittwoch der 5. Fastenwoche

Die drei Jünglinge im Feuerofen (Dan 3,14-21.49.91-95)

Die drei Jünglinge sind in den Feuerofen hinabgestiegen, in den sicheren Tod. Und dennoch konnte ihnen dieser Tod nichts anhaben: sie sind unversehrt wieder aus dem Ofen heraufgestiegen. Immer wieder wurde das als ein Bild für Tod und Auferstehung Jesu Christi gedeutet; deshalb gehörte diese Geschichte vor der Liturgiereform auch zu den Lesungstexten der Osternacht. Jesus ist in den Tod hinabgestiegen, und doch konnte ihm der Tod nichts anhaben, obwohl er ja tatsächlich tot war. Er ist an Ostern aus dem Grab erstanden.

Ein wichtiges Detail liegt in der Antwort der Jünglinge an Nebukadnezzar: „Wenn unser Gott will, kann er uns retten; wenn nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht.“ Die Jünglinge stellen Gott nicht auf die Probe: wenn er sie nicht rettet, so ist eben das sein Wille. Sie messen das Handeln Gottes nicht mit menschlichen Maßstäben. Vor allem aber ist ihr Glauben und Vertrauen auf Gott nicht davon abhängig, was geschieht.

Können wir auch so bedingungslos auf Gott vertrauen? Können wir davon lassen, unser Vertrauen auf ihn davon abhängig zu machen, was geschieht: ob Gott Kriege, Unglücksfälle oder auch Seuchen wie jetzt Covid19 verhindert oder nicht, ob er in der Krankheit hilft oder nicht, ob er das, was wir in unserer menschlichen Beschränktheit erbitten, uns genau so schenkt? Wir dürfen auf Gott bedingungslos vertrauen, trotz dem – oder gerade deswegen, weil wir sein Handeln oft nicht verstehen: weil er anders, größer handelt, am Ende aber immer zu unserem Heil.

Zum Freitag der 4. Fastenwoche

In unserer heutigen Lesung aus dem Buch der Weisheit erkennen wir im letzten Teil ganz deutlich das Schicksal Jesu, wie es ihm ergangen ist. Wir haben vielleicht auch die Texte vom leidenden Gottesknecht aus dem Buch Jesaja im Ohr, die zu den Texten der Karwoche gehören. Roh und grausam sind sie mit Jesus verfahren, um seine Sanftmut kennenzulernen und seine Geduld zu erproben. Er erlitt den ehrlosesten Tod, den die damalige Zeit kannte, die Kreuzigung. „Und ist er wirklich der Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand der Gegner.“ Dasselbe hören wir in der Leidensgeschichte von denen, die Jesus am Kreuz verspotten. Doch Gott hat ihn ja entrissen, durch die Auferstehung.

Gott verlässt uns nicht, auch in den heutigen Tagen. Und auch wenn er immer weniger zum Leben vieler Menschen gehört, wenn er jetzt auch durch den Entfall der Gottesdienste für viele noch weiter weg erscheint: Am Ende ist er es, der an Ostern siegt. Er wird nicht scheitern, und er lässt uns nicht scheitern.

Heiliger Rochus, bitte für uns

Pestheilige gibt es eine ganze Reihe, denn die Pest im 17. Jahrhundert war eine so schlimme Seuche, dass in manchen Gebieten mehr als die Hälfte der Menschen durch sie hinweggerafft wurde. Damals suchten die Menschen auch Hilfe bei Heiligen, die sie anriefen.

An erster Stelle ist hier der Hl. Rochus zu nennen. Rochus wurde der Überlieferung nach um 1295 als Sohn reicher Eltern in Montpellier geboren. Nachdem er als Zwanzigjähriger seine Eltern verloren hatte, verschenkte er sein Vermögen und trat in den dritten Orden des heiligen Franziskus ein.

Als Rompilger im Jahr 1317 half er unterwegs bei der Pflege von Pestkranken. Diese soll er nur mit Hilfe des Kreuzzeichens wundersam geheilt haben. In Rom angekommen heilte er weiter, ohne dass er zu Ansehen oder Reichtum kam. Auf seiner Rückreise (1322) erkrankte er in Piacenza selbst an der Pest und wurde von niemandem gepflegt; er betete und zog sich in eine einsame Holzhütte im Wald zurück. Dort wurde er der Legende nach von einem Engel gepflegt, und der Hund eines Junkers brachte ihm so lange Brot, bis er wieder genesen war und er in die Stadt zurückgehen konnte, wo er weiterhin heilte, bis er dort die Pest besiegt hatte.

Als er wieder in seine Heimatstadt kam, erkannte ihn aufgrund seiner Narben und Verunstaltungen durch die Pesterkrankung niemand; so wurde er unter dem Verdacht der Spionage ins Gefängnis geworfen. Rochus dankte Gott für diese Prüfung und brachte geduldig fünf Jahre im Gefängnis zu, bis er starb. Nach seinem Tod identifizierte man ihn anhand eines kreuzförmigen Mals, welches er seit seiner Geburt auf der Brust hatte. Vieles im Leben des heiligen Rochus gilt als legendarisch, die Lebensgeschichte wurde im Jahr 1478 in Venedig niedergeschrieben. (Lebensgeschichte/Legende aus Wikipedia)

Der Hl. Rochus wurde über die Jahrhunderte in ganz Europa viel verehrt und angerufen, besonders in der Pestzeit des 17. Jahrhunderts. Auch in unserer Gegend gibt es Rochus-Kapellen und Bilder und Statuen in vielen Kirchen und Kapellen.

Covid-19 ist wie die Pest eine durch Viren übertragene ansteckende Krankheit. Es ist daher angebracht, in diesen schwierigen Tagen in besonderer Weise den Hl. Rochus um seine Fürbitte anzurufen. Papst Franziskus hat dies am 15. März bei seinem Pilgergang durch Rom auch selbst getan.

Gebet zum Hl. Rochus:

Mit Vertrauen wenden wir uns zu dir, großer Fürbitter bei Gott, heiliger Rochus! Da schon viele Städte und Länder deinen Schutz erfahren und die ganze Kirche dich als einen großen Patron wider die Pest und ansteckende Krankheiten verehrt, so rufen wir zu dir und bitten um jene Liebe, mit welcher du die Kranken in den Spitälern getröstet und geheilt hast. Segne uns auch heute durch das heilige Kreuzzeichen über uns und über die ganze Welt. Hilf durch deine Fürbitte, dass die Krankheit an unseren Wohnungen vorübergehe und wir gegen alle Versuchungen auch jetzt Barmherzigkeit und Liebe verwirklichen und dass unser Glaube gestärkt werde. Amen.