2. Mai: Heiliger Athanasius

Wer ist Jesus Christus für mich?

Der heilige Athanasius hat im 4. Jahrhundert fast fanatisch dafür gekämpft, dass Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Auf dem Konzil von Nizäa 325 spielte er für die dazu ergangenen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Heute fragen sich viele, ob es sich dabei nicht nur um theologische Spitzfindigkeiten handele.

Aber für die Frage „Wer ist dieser Jesus von Nazaret für mich?“ spielen Menschheit und Gottheit Christi eine große Rolle. Die Jesus-Forschung der vergangenen Jahrzehnte hat vor allem die historische Seite Jesu kritisch beleuchtet. Dadurch wurde Jesus teilweise auch »entzaubert«, seine menschliche Seite bekam ein starkes Übergewicht. Es ist aber auch für meine persönliche Beziehung zu Christus wichtig, zu wissen: das war nicht nur ein vorbildlicher Mensch, ein Prophet, einer, der zum Vater im Himmel einen exzellenten Kontakt hatte, sondern da ist Gott selbst einer von uns geworden, hat unter uns gelebt. Nur so kann er auch der sein, der mich durch den Tod am Kreuz erlöst hat, der, vor dem ich am Ende meines Lebens stehen darf.

Josef, der Arbeiter

Der heilige Josef, der Nährvater Jesu, hat der biblischen Überlieferung nach als Zimmermann (oder viellleicht allgemeiner als Bauhandwerker) gearbeitet. Daraus ist er schon vor langer Zeit der Patron der Handwerker und Arbeiter geworden. In der katholischen Soziallehre seit Papst Leo XIII. gilt der heilige Josef als ein gewichtiges Beispiel, wie wertvoll auch einfache und handwerkliche Arbeit in den Augen Gottes ist. In der Zeit der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus galt Josef als Gewährsmann gegen diesen: „Er gehört dem arbeitenden Stande an und hat die Last der Armut erfahren für sich und für die heilige Familie, deren wachsames und liebevolles Haupt er war.“ (Pius XI.) Nach dem Zweiten Weltkrieg, als wiederum die Arbeiterfrage und die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus auf der Tagesordnung war, legte Pius XII. den Gedenktag »Josef der Arbeiter« auf den 1. Mai fest. Seither ist der heilige Josef erfuhr der heilige Josef besonders in den Bergbau- und Industrierevieren eine besondere Verehrung und einige neue Kirchen wurden auch unter das Patronat des heiligen Josefs des Arbeiters gestellt.

Gebet um die Fürsprache Josefs des Arbeiters

Gott, du Schöpfer der Welt,
du hast den Menschen
zum Schaffen und Wirken bestimmt.
Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons,
des heiligen Josef,
der mit seiner Hände Arbeit
die Heilige Familie ernährte,
gib uns Kraft und Ausdauer,
damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen
und so den verheißenen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Das Martyrium des Stephanus

Montag und Dienstag der 3. Osterwoche

Stephanus war einer der sieben Diakone, die von den Aposteln geweiht und beauftragt wurden. Deren Aufgabe war es, für die Witwen der Hellenisten (der griechisch sprechenden Juden) zu sorgen; dies wurde bezeichnet als »Dienst an den Tischen«. Aber diese Diakone waren keine stummen Diener, sondern sie verkündeten gerade bei den Hellenisten auch kraftvoll das Wort Gottes. Und gerade von ihnen erfahren sie auch den heftigsten Widerstand.

Stephanus ist nicht nur der erste, der das Martyrium für Christus erlitten hat, er ist auch der erste, der im Grunde durch Glaubensbrüder starb. Denn zu dieser Zeit war das Christentum, der "`Neue Weg"', wie die Apostelgeschichte sagt, noch fest mit dem Judentum verbunden. Saulus und alle, die Stephanus steinigten, waren überzeugt, ein gutes und gottgefälliges Werk zu tun. Und doch hat die Art, wie Stephanus gestorben ist, seine Verfolger beeindruckt, ja vielleicht war es bei Saulus sogar ein wichtiger Punkt, dass es später zu seiner Bekehrung kommen konnte.

a.) Das Christentum ist heute die am stärksten verfolgte Religion der Welt. Die Verfolgungen haben in den letzten Jahren eher zugenommen. Und in der Coronakrise werden Christen vermutlich mancherorts als Sündenböcke herhalten müssen. Beten wir für die verfolgten Christen.

b.) Das Beispiel des Stephanus hat beeindruckt, auch seine Gegner. Wenn wir unseren Glauben, nicht spektakulär, aber konsequent leben, und wenn wir das Gebet auch in der jetzigen Zeit pflegen, vielleicht zusammen zu Hause beten, dann ist das nicht wirkungslos.

Regina coeli, laetare

auf deutsch: "Freu dich, o Himmelskönigin!"

In der Osterzeit ersetzt das Gebet des »Regina coeli« den »Engel des Herrn« (Gotteslob 3,7). Somit erinnern uns die Glocken morgens, mittags und abends daran, dass Jesus Christus auferstanden ist, und dass daher rundherum Freude ist, auch da, wo es im täglichen Leben gerade in der jetzigen Zeit schwierig ist.

Freu dich, du Himmelskönigin, Halleluja, den du zu tragen würdig warst, halleluja, er ist auferstanden, wie er gesagt hat, halleluja! Bitt Gott für uns, halleluja!

(Man kann statt des oben stehenden auch Gotteslob 525 singen).

Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria, halleluja,
denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, halleluja!

Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. – Amen.

 

 


Karsamstag: Alles aus?

Jesus ist tot. Richtig tot. Und jetzt? Die Jünger fragen sich: Ist jetzt alles aus? War das alles nichts, was mit Jesus geschehen war? Der, auf den sie so gehofft hatten, dass er der Messias sei: er ist hingerichtet und beerdigt worden.

Es zeigt sich am Verhalten der Apostel und der anderen Jünger an Ostern, dass sie in diesem Moment nicht nur ratlos waren, sondern wirklich dachten, dass alles aus ist und dass ihr Vertrauen auf Jesus umsonst war. Von wegen auf Fels gebaut: ihnen kam es so vor, dass sie, als sie auf Jesus bauten, ihr Haus auf Sand gebaut hatten, der jetzt durch seinen Tod weggespült wurde. – Aber es kommt ja dann doch anders.

Auch wir haben manchmal den Eindruck, dass uns Gott im Stich lässt. Gerade diese schwierigen Tage jetzt können das hervorrufen: wenn jemand einsam oder gar isoliert ist; wenn alle Zukunftsplanungen zusammenbrechen; wenn von einem lieben Verstorbenen nicht so recht Abschied genommen werden kann. Wenn Ostern als Gottesdienst nur im Fernsehen und im Internet stattfindet. Und niemand weiß, wie lange das so weitergehen soll. Und wer drankommt mit Ansteckung und Quarantäne, womöglich gar ein schwerer Verlauf der Krankheit. Ist Gott da wirklich da?

Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir auf ihn vertrauen und uns nicht verwirren lassen: Gott ist da, er ist bei uns, er fühlt mit uns mit, er hilft uns. Gerade jetzt will er uns Mut und Hoffnung geben, dass wir das alles in Gelassenheit und Zuversicht, mit Vertrauen und Mut durchstehen können. Er möchte uns über den Karsamstag hinweg zu seinem Ostern führen.

Ich wünsche allen, dass sie am morgigen Tag auch wirklich spüren, dass Ostern ist, dass Jesus den Tod besiegt hat.
Ihr Pfr. Häring


Heiliger Rochus, bitte für uns

Pestheilige gibt es eine ganze Reihe, denn die Pest im 17. Jahrhundert war eine so schlimme Seuche, dass in manchen Gebieten mehr als die Hälfte der Menschen durch sie hinweggerafft wurde. Damals suchten die Menschen auch Hilfe bei Heiligen, die sie anriefen.

An erster Stelle ist hier der Hl. Rochus zu nennen. Rochus wurde der Überlieferung nach um 1295 als Sohn reicher Eltern in Montpellier geboren. Nachdem er als Zwanzigjähriger seine Eltern verloren hatte, verschenkte er sein Vermögen und trat in den dritten Orden des heiligen Franziskus ein.

Als Rompilger im Jahr 1317 half er unterwegs bei der Pflege von Pestkranken. Diese soll er nur mit Hilfe des Kreuzzeichens wundersam geheilt haben. In Rom angekommen heilte er weiter, ohne dass er zu Ansehen oder Reichtum kam. Auf seiner Rückreise (1322) erkrankte er in Piacenza selbst an der Pest und wurde von niemandem gepflegt; er betete und zog sich in eine einsame Holzhütte im Wald zurück. Dort wurde er der Legende nach von einem Engel gepflegt, und der Hund eines Junkers brachte ihm so lange Brot, bis er wieder genesen war und er in die Stadt zurückgehen konnte, wo er weiterhin heilte, bis er dort die Pest besiegt hatte.

Als er wieder in seine Heimatstadt kam, erkannte ihn aufgrund seiner Narben und Verunstaltungen durch die Pesterkrankung niemand; so wurde er unter dem Verdacht der Spionage ins Gefängnis geworfen. Rochus dankte Gott für diese Prüfung und brachte geduldig fünf Jahre im Gefängnis zu, bis er starb. Nach seinem Tod identifizierte man ihn anhand eines kreuzförmigen Mals, welches er seit seiner Geburt auf der Brust hatte. Vieles im Leben des heiligen Rochus gilt als legendarisch, die Lebensgeschichte wurde im Jahr 1478 in Venedig niedergeschrieben. (Lebensgeschichte/Legende aus Wikipedia)

Der Hl. Rochus wurde über die Jahrhunderte in ganz Europa viel verehrt und angerufen, besonders in der Pestzeit des 17. Jahrhunderts. Auch in unserer Gegend gibt es Rochus-Kapellen und Bilder und Statuen in vielen Kirchen und Kapellen.

Covid-19 ist wie die Pest eine durch Viren übertragene ansteckende Krankheit. Es ist daher angebracht, in diesen schwierigen Tagen in besonderer Weise den Hl. Rochus um seine Fürbitte anzurufen. Papst Franziskus hat dies am 15. März bei seinem Pilgergang durch Rom auch selbst getan.

Gebet zum Hl. Rochus:

Mit Vertrauen wenden wir uns zu dir, großer Fürbitter bei Gott, heiliger Rochus! Da schon viele Städte und Länder deinen Schutz erfahren und die ganze Kirche dich als einen großen Patron wider die Pest und ansteckende Krankheiten verehrt, so rufen wir zu dir und bitten um jene Liebe, mit welcher du die Kranken in den Spitälern getröstet und geheilt hast. Segne uns auch heute durch das heilige Kreuzzeichen über uns und über die ganze Welt. Hilf durch deine Fürbitte, dass die Krankheit an unseren Wohnungen vorübergehe und wir gegen alle Versuchungen auch jetzt Barmherzigkeit und Liebe verwirklichen und dass unser Glaube gestärkt werde. Amen.